Sternwanderung
der Bezirke Nagoldtal, Schwarzwaldpforte und Mittlerer Neckar
am 19. Juni 2005 in Weil der Stadt
Pressebericht von Heiner Weidner
Schwarzwaldverein stützt den Tourismus
Präsident Dieterle: Schwarzwaldverein und Schwäbischer Albverein führend in Europa
Achthundert Gäste / Spielstraße mit 120 Nennungen

Achthundert Schwarzwald-Wanderer hatten sich am sonnigen Sonntag die Keplerstadt zum Ziel der alljährlichen Sternwanderung genommen, -wie zuletzt im Mai 1975. Auf sechs Routen näherten sich Wanderfamilien aus den drei großen Nord-Bezirken des Schwarzwaldvereins (SWV) der Stadt an der Würm. Bei hohen Temperaturen genossen sie vor allem die schattigen Waldwege aus dem Nagoldtal. Rings um die Stadthalle bot sich in der Mittagszeit ein buntes Bild. Die SWV-Ortsgruppe und das Rote Kreuz versorgten mit 60 Helfern die durstigen und hungrigen Gäste. An den zehn Stationen der Spielstraße der Gruppe „Junge Familie im SWV" konnte Jürgen Schirott über 120 Nennungen registrieren.

Baden-Württemberg hat das bestmarkierte und dichteste Netz markierter Wanderwege aller Bundesländer; 1 800 ehrenamtliche Streckenpfleger des Schwäbischen Albvereins und des Schwarzwaldvereins betreuen über 30 000 Kilometer Rad- und Fußwanderwege zwischen Main und Bodensee. Auf diese „einmalige gemeinnützige Leistung der beiden größten europäischen Wandervereine" verwies am „Autofreien Sonntag" bei der Begrüßung in der Stadthalle Eugen Dieterle (Wolfach), Präsident des Schwarzwaldvereins (SWV) und Präsidiumsmitglied des Deutschen Wanderverbandes.

Allein 200 Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins haben - so Dieterle - innerhalb von drei Jahren ihre kompletten Wegmarkierungen erneuert und auf internationale Normen konsequent umgestellt. Auf 6 000 stabilen Metalltafeln vom Hotzenwald bis zum Kraichgau werden nicht nur die nächsten Ziele sondern auch alle Anschlußmöglichkeiten an Bahn und Bus genannt. Dieterle dankte den Mitarbeitern der örtlichen Gruppen für ihren engagierten Einsatz. Hier werde von ein paar hundert Ehrenamtlichen eine konsequente Arbeit geleistet, die von den Kommunen nie bezahlt werden könne.
Das Einzugsgebiet der drei Nordbezirke des Schwarzwaldvereins reicht von Altensteig und Wildbad bis Karlsruhe, Heidelberg, Bietigheim und Heilbronn. So konnten Bürgermeister Hans-Josef Straub und der Weiler SWV-Vorsitzende Rudolf Fuchs am Sonntag Gäste aus 47 Gruppen begrüßen; am stärksten waren dabei die vier Pforzheimer SWV-Ortsgruppen vertreten, allein Brötzingen mit 40 Frauen und Männern. Jeweils 30 Wanderer kamen am Sonntag aus Birkenfeld, Engelsbrand, Gärtringen und Unterreichenbach nach Weil der Stadt.

Um den Gästen die Schönheiten zu beiden Seiten des Würmtals näherzubringen hatte ihnen Wilhelm Dieterich, der frühere Vorsitzende der SWV-Ortsgruppe, sechs Routen exakt ausgearbeitet, deren Beschreibungen auch allgemein zur Verfügung stehen. Sie beginnen etwa in Simmozheim, Rutesheim, Malmsheim, Merklingen oder Ostelsheim und berühren so reizvolle Partien wie das Steckental, den Predigtplatz, das Wasserbachtal, das Möttlinger Köpfle oder den Büchelberg und schließen an S-Bahn-Stationen oder Bus-Stops an.

Der Münklinger Kultur- und Heimatverein und der Musikverein Stadtkapelle Weil der Stadt umrahmten mit Musik, Liedern und Tänzen das Wanderertreffen. An der Vereins-Theke gab es Informationen zu den vielfältigen Aktivitäten der Wanderer und ihrer Jugendgruppen zu Fuß und auf Rädern. Am Nachmittag folgten einige Gruppen den historischen Rundgängen durch die Stadt und zur Kirchenburg in Merklingen. Ein neues Wimpelband erinnert in Zukunft an diese Sternwanderung 2005 in Weil der Stadt. Im kommenden Jahr wird die SWV-Gruppe ihr hundertjähriges Bestehen feiern können.
Rückblick 2005