Im Urgestein der
Silvretta
23. bis 25. Juli 2004
Führung: Dirk Jocher
Am Freitag Morgen um 6 Uhr ging es mit drei Autos los: Dirk und Eve ab Mühlacker, Rudi, Frank und Herbert ab Hausen, und Gustl, Margitta, Uli und Gudrun ab Weil der Stadt. An der Autobahnraststätte Illertal trafen wir erstmals zusammen, von dort ging´s schnurstracks weiter auf die Bielerhöhe (2.036 m). Dort, am Ufer des Silvretta-Stausees, schulterten wir die Rucksäcke und machten uns auf den Weg zu unserer dreitägigen Hüttentour. Doch vor der Hütte kommt erstmal der Aufstieg, und so mühten wir uns bei kräftiger Sonne durch's Gelände, später dann im Schnee über die Reste des Madlenerferners, bis wir ziemlich geschafft die Getschner Scharte (2.839 m) erreichten. Das Tagesziel, die Jamtalhütte, sahen wir bereits, doch schreckte uns der anfänglich sehr steile Abstieg über Schnee und Geröll. Auch dieses brachten wir hinter uns trafen nach über 7 Stunden auf der Jamtalhütte (2.165 m) ein. Die komfortable Hütte lud zum Relaxen ein, das gute Essen tat sein Übriges, und so behielten wir die Hütte in guter Erinnerung, als wir uns am nächsten Morgen im Regen auf den Weg zur Heidelberger Hütte machten.
Woran man Profis erkennt:
Bergausrüstung perfekt organisiert
Der Weg durch's Futschöltal, die beeindruckende Kulisse von Fluchthorn und Augstenberg - leider alles nur im Dauerregen, der uns den ganzen Tag über nicht mehr verließ. Im Kronenjoch (2.980 m) sahen wir erstmal gar nix, und so verzichteten wir auf die Besteigung der Breiten Krone (3.079) und ebenso auf die geplante Mittagsrast. Über die Reste des Vadret da Fenga trieb uns die Nässe talwärts durch unzählige Flüsse und Bäche bis in den Talgrund Davo Dieu und spätestens hier hatte keiner mehr eine trockene Stelle am Leib. Schnellen Schrittes ging es weiter talauswärts, bis nach langem Erwarten endlich die Heidelberger Hütte (2.264 m) plötzlich aus dem Nebel vor uns auftauchte. Der warme Trockenraum war leider schon von zahlreichen Mountainbikern in Beschlag genommen, so daß wir Mühe hatten, noch ein Plätzchen für unsere völlig durchgeweichten Kleider zu finden. Nachdem auch dies gelungen war, fanden wir uns in der gemütlichen Stube wieder und genossen die bekannt gute Küche der Hütte.
Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne, trotzdem wählten wir die etwas entschärfte Variante über's Ritzenjoch (2.688 m) in's Laraintal. Noch ein Einkehrschwung auf der Larainalm, wo Gudrun ihr Gedicht zum Besten gab, und dann Endspurt in's Tal nach Tschafein (1.562 m). Dort angekommen mußten wir leider feststellen, daß in der nächsten Stunde kein Bus zur Bielerhöhe fuhr. Kurzerhand bestellten wir uns ein Sammeltaxi, das uns dann wieder zurück zu den Autos und damit zum Ende unserer Tour brachte. Hinter uns liegen drei Tage in großartiger Hochgebirgslandschaft, leider etwas geschmälert durch den Dauerregen am Samstag, die uns trotzdem in bester Erinnerung bleiben und zum Wiederkommen anregen.

Unsere Wanderfreundin Gudrun hat die Wandertage in ein Gedicht gefasst, das Sie hier finden!