Bergwanderung der Gruppe Junge Erwachsene:

Rofan-Gebirge
Bayreuther Hütte, 1.600 m
17./18. September 2005
Führung: Dirk Jocher
Mit einer katastrophalen Wettervorhersage fing alles an: Ein Adriatief trifft am Alpenhauptkamm auf ein Atlantiktief, Dauerregen, Gewitter, Schnee...schöne Aussichten auf eine Tour, auf die man sich schon lange gefreut hat. Das ORF hat sogar ausdrücklich vor Bergtouren gewarnt. Wir wolltens trotzdem wissen und machten uns früh morgens auf ins Rofangebirge. Ingrid und Christian aus Stuttgart, Eve und Dirk aus Mühlacker, Irmgard aus Ostelsheim und Andrea, Anneliese und Arno (den wir erst wecken mußten) aus Weil der Stadt. Auf einem Autobahnparkplatz hinter Wendlingen trafen wir zusammen und verteilten uns gleichmäßig auf zwei Autos. Das Wetter spornte nicht zur Eile an, und so unterbrachen wir die Fahrt zu einer gemütlichen Frühstückspause, bevor wir über München und den Tegernsee unseren Zielort Maurach am Achensee erreichten. Dort verließ uns Eve, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mitwandern konnte, und fuhr mit einem Bekannten der Wirtsleute direkt auf die Hütte.
Der Rest der Gruppe setzte sich in die Rofan-Seilbahn und schwebte den Wolken entgegen. Das ersparte uns 900 Höhenmeter Aufstieg und verkürzte die Wegstrecke deutlich. Schon kurz nach dem Abmarsch von der Bergstation begann es ganz sanft zu schneien. Von Regen zum Glück keine Spur, auch von Gewittern blieben wir verschont. Nach zwei Stunden Aufstieg erreichten wir den Gipfel der Rofanspitze, 2.259 m. Von der vielgerühmten Aussicht war leider nichts zu sehen, und bei Schnee, Wind und Kälte fiel die Gipfelpause recht kurz aus. Zwischenzeitlich schneite es richtig, und der Abstieg über den Schafsteig erforderte Vorsicht: Der steile Fels und die Drahtseilversicherungen waren naß und gefährlich rutschig. Auch der Blick zum nahen Zireiner See blieb uns verwehrt, und so stiegen wir unter imposanten Felswänden und im Schneegestöber ab zur Zireiner Alm, wo uns Eve entgegenkam. Gemeinsam ging es auf schönem Pfad zur Bayreuther Hütte, wo wir übernachteten.
Nach einem zünftigen Hüttenabend und einem tollen Frühstücksbuffet starteten wir zur zweiten Etappe. Auf Empfehlung des Hüttenwirts verzichteten wir auf die Besteigung des Vorderen Sonnwendjoches, da es die Nacht über wohl durchgeschneit hatte. Stattdessen verlegten wir unseren Weg eine Etage tiefer und trafen erst auf der Schermsteinalm (1.855 m) wieder auf die ursprünglich geplante Route. Das Vordach der Almhütte bot uns etwas Schutz, und wir nutzten die Gelegenheit zu ausgiebiger Mittagsrast. Beim anschließenden Aufstieg zum Krahnsattel (2002 m) stapften wir ordentlich durch den Schnee, und an der Grubalacke trafen wir wieder auf unseren Aufstiegsweg vom Vortag. Bald hatten wir die Bergstation der Rofan-Seilbahn erreicht, von wo wir auf schönen Pfaden abwärts ins Tal wanderten, wieder einmal ohne die erhoffte Aussicht zum Achensee. Bei den Autos trafen wir wieder mit Eve zusammen, die einen direkteren Abstieg genommen hatte. Froh darüber, dass wir trotz der üblen Vorhersage eigentlich brauchbare Bedingungen und keinen Regen hatten, starteten wir zur Heimfahrt. Hinter uns liegt ein schönes Bergwochenende, auf dem wir mal wieder die rauhe Natur spürten, herrliche Bergpfade entdecken, eine urige Hütte fanden - nur eines nicht: Die schöne, bekannte Aussicht von den Höhen des Rofangebirges zum Achensee mit dem Karwendel, ins Inntal und zu den Zillertaler Alpen. Aber das ist ein Grund zum Wiederkommen.
Rückblick 2005