Ostern am Kaiserstuhl
25.-28. März 2005
Wanderführer: Barbara und Georg Dilling
Unsere Wanderfreundin Gudrun Krehl hat ihre Erlebnisse in ein Gedicht gefasst.
Surftipps zum Thema Kaiserstuhl:
- www.kaiserstuhl.com
- www.am-kaiserstuhl.de
Nun sind wir alle wieder zusammengekommen:
Den Kaiserstuhl haben wir uns diesmal vorgenommen.
Mit 15 km Durchmesser ist er relativ klein,
das „Rebgebirge" ragt nur ca. 500 m in den Himmel hinein.
Zwischen Vogesen und Schwarzwald bildete sich ein Vulkan.
Die Lößablagerungen der Eiszeit haben ihr Übriges getan.
Am Freitagmorgen um halb Neun trafen 28 Wanderer pünktlich ein.
Es gab das übliche große Hallo, erwartungsvoll waren wir sowieso.
Als Gäste wurden Lissy und Helmut vorgestellt,
und schon startete der Konvoi in die Badener Welt.
Auf der Autobahn war so mancher zuviel
and're Leute hatten wohl ein ähnliches Ziel.
Trotzdem trafen wir pünktlich in Endingen ein,
nun begann die Wanderung ins Land hinein.
Freundin Renate war mit dem Zug gekommen
und sogleich von uns herzlich aufgenommen.
Unser 1. Ziel war die Katharinenkapelle.
Nun hieß es laufen und zwar nicht auf der Stelle!
Eine noch kahle Kastanienallee weist uns den Weg,
bevor es im Zickzack aufwärts geht.
Doch als wir schließlich den Berg erklommen, w
aren schon andere vor uns gekommen.
Aber jeder fand noch einen freien Platz
und machte nun erst mal Mittagsrast.
Ein Kiosk hatte ein gutes Angebot,
da verzichtete sogar mancher auf sein Vesperbrot.
Auch die Aussicht vom Turm konnte man genießen
und überall schon die Narzissen sprießen.
Nun ging es im Rundweg nach Endingen zurück, das war wahrhaftig ein Meisterstück:
Das „Hexepfädle" sollten wir nicht gehen, dafür gab's einen herrlichen Grenzstein zu sehen.
Eingemeiselt waren Pflugschar und Lerchenflügel, auch die Traubeneiche danach war nicht übel.
Schöne Aussicht zum Feldberg und Seidelbast im Blick - schon mussten wir wieder ein Stückchen zurück.
Dann ging's querfeldein über Modder und Stein geradewegs in die Weinberge hinein.
Ein schönes Weindenkmal ließ uns nochmal rasten, ein Hohlweg mit Lößwänden erinnerte ans Fasten.
Aber nicht lange, denn schon bald war Endingen erreicht und damit halt
in irgendeinem schnuckeligen Café die Sonne schien doch gar so schee!
So frisch gestärkt hieß es Schuhe putzen, das Walter-Patent war sogleich allen von Nutzen.
Auch die Autos wurden nun wiedergefunden und drehten sogleich bis nach Merdingen ihre Runden.
Im Gasthof Keller war unser Standquartier, für jeden gab's ein Zimmer hier.
Das Abendessen erfolgte nach Karte, doch bis dahin hieß es warte...warte...
Rege Tischgespräche erfüllten so einen doppelten Zweck und schließlich hat es noch allen geschmeckt.
Nur den Adolf hat es schlimm erwischt, als letztem wurde ihm auch noch das Falsche aufgetischt!
Nach diesem Schreck gab Barbara nun preis: Auch eine Vorbereitung ist manchmal ganz schön heiß.
Unbrauchbare Wanderführer mit unnützen Daten lassen dich schon mal in Wallung geraten.
Doch die Mühe hat sich schließlich gelohnt, wir wurden heute köstlich belohnt.
Stimmung und Wetter eiferten um die Wette, und jeder ging abends zufrieden zu Bette.
Am 2. Tag war Liliental als Startplatz auserkoren, doch bei der Anfahrt gingen leider ein paar Autos verloren.
Aber sie fanden sich bald wieder ein, und so trafen alle gemeinsam am Parkplatz ein.
Beim Schuhe wechseln gab's einen kurzen Guss, das machte aber keinem Verdruss.
Nun ging's durch das Arboretum, ein forstliches Versuchsgelände,
die Baumsammlung zu archivieren, füllte wahrscheinlich Bände.
Auch fantasievolle Flurnahmen wie „Hundskehle" oder „Vogelsangpass" gaben uns so manchen Spaß.
Im ständigen Auf und Ab wurde der Badberg bezwungen, manche haben dabei noch fröhlich gesungen.
Bis in die 80er sah man hier noch Schafe weiden, doch darunter musste leider die Landschaft leiden.
Jetzt wird hier ehrenamtlich gemäht, Tieren und Pflanzen es wieder besser geht.
30 ha Land wurden vom Schwarzwaldverein gekauft und ein Naturschutzdienst passt auf die Erhaltung auf.
Der Rastplatz zur Mittagszeit war sehr gut ausgesucht: In freier Natur mit Rundumblick wie aus dem Bilderbuch.
Die nächste Überraschung im Naturschutzgebiet: So weit das Auge reicht, die Kuhschelle blüht.
Interessante Tafeln am Rand haben uns überzeugt: Nein, was da so alles kreucht und fleucht!
Diese Gegend sollte wirklich erhalten bleiben und auch noch 100 Jahre halten.
Lebender Beweis war Eresus niger, eine Röhrenspinnenart, die sich uns zur Freude unübersehbar paart.
In Oberbergen angekommen, wurde der steilste Anstieg des Tages in Angriff genommen.
Immer wieder wurden Jacken ausgezogen, aber irgendwann waren doch alle oben.
Und zur Belohnung (ein tolles Gefühl) saß friedlich in der Sonne ein Reptil.
Eine Smaragdeidechse schillerte wunderschön, so nah hatte sie wohl noch keiner geseh'n.
Natürlich wurden gleich Fotos geschossen, da war die Wandergruppe ganz plötzlich wieder geschlossen.
Für Sepp, unsern Filmer, war's ´ne doppelte Freude. Wo gibt es noch so etwas Seltenes heute?
Seine Kamera surrte die ganze Zeit und war, wie man sieht, immer einsatzbereit.
Zum Totenkopf führte uns das letzte Stück. Dort gab's wieder Bänke, welch ein Glück.
Viele haben den Turm „Neunlinden" noch bestiegen und sahen die Landschaft uns zu Füßen liegen.
Der Eintrag ins Gipfelbuch war Pflicht, denn man kennt uns sonst ja nicht.
Der Rückweg erfolgte in gekürzter Variante, rein zufällig gab es ein Café am Rande.
Inzwischen war sowieso Kaffeezeit, die Autos standen auch nicht weit.
Mit 700 Höhenmetern war das Tagessoll erfüllt und mit 17 km die Wanderlust gestillt.
Heute gab es pünktlich das Abendessen, anschließend haben wir noch fröhlich beisammengesessen.
Später machten einige eine „Nachtwanderung" im Ort (kein Wunder, denn die Wanderführer waren ja fort).
Von Burg zu Burg entlang am Rhein sollte das Motto zum Ostersonntag sein.
Die Nacht war kurz wegen Umstellung der Zeit, doch alle waren morgens pünktlich bereit.
Barbara hatte für jeden ein Ei zur Belohnung. Dem Osterhasen gönnt man einfach kein Schonung.
Die Autos wurden diesmal in Burkheim geparkt. 2 zusätzliche Wanderer gingen mit an den Start.
Gleich am Anfang leuchtete uns „Frohe Ostern" entgegen, das kam für ein Gruppenfoto ganz gelegen.
Durch Weinberge und Wald ging's zur Burg Sponeck, einem ehemals römischen Kastell,
dann mussten die Schirme raus und zwar schnell.
Am Rheinufer entlang -es war der ursprüngliche Verlauf- nahmen wir es mit Joggern und Radfahrern auf.
Die Hochwasserumleitung für Fußgänger sahen wir uns nur an, zur Limburg gelangten wir trockenen Fußes hinan.
Dort konnten wir verschnaufen, den Übergang nach Frankreich seh'n.
Unter der Burg befand sich noch ein Westwallbunker - gar nicht schön.
Doch bald ging es einen geologischen Naturpfad entlang, allem Theoretischen folgte die Praxis sodann.
Ob Pflanzen, Tiere oder Holz - von allem berichteten Tafeln voller Stolz.
Diese Bildung dauerte natürlich etwas länger, doch die Lützelbergkapelle war dann noch der Renner.
Das Vesper schmeckte, es wurde geruht, auch das „stille Örtchen" tat vor allem den Frauen wirklich gut.
So mancher seine Andacht in der Kapelle hielt und frisch gestärkt ging's ins nächste Gebiet.
Mit langsam immer besserer Sicht liefen alle über Sasbach und Jechtingen nach Burkheim zurück.
Diesen wirklich sehenswerten und gutbesuchten Ort nahmen wir noch mit, dann ging's nach Breisach fort.
Dort wurden das Münster und die Aussicht genossen, natürlich sind auch Getränke geflossen.
Jeder nahm den Ort halt auf seine Weise, und noch immer nicht war zu Ende die Reise.
In der Martinshofstrauße Ihringen kehrten wir noch ein. Das war ein Gewusel, da kam kaum noch wer rein.
Die Portionen waren übergroß bemessen und manches Pärchen musste eine gemeinsam essen.
Die Stimmung war prächtig, man wollte kaum geh'n, doch der Ausklang bei Kellers war ebenso schön.
Doch ach, welcher Geist spukt da nachts auf dem Balkon? Ein Regenschirm wollte heimlich davon!
Flugs eingefangen, war das Scharren zu Ende und der Übeltäter kam wieder in sichere Hände.

Am Ostermontag sei angemerkt, starteten wir ohne Autos zum Tuniberg.
Dafür mit Schirm, doch nur ein kurzes Stück, dann lichteten sich die Wolken, das war unser Glück.
Die Sicht war heute ausgesprochen klar. Jeder konnte sehen, wo er schon mal war.
Jetzt zeigte sich sogar ein Regenbogen - es wurden wirklich alle Register gezogen.
So waren die Auftakteier heute zur Abwechslung mal eckig, doch keiner war deswegen schleckig.
Am Attilafelsen wir die Füße auf Stufen setzten, wie wir später merkten, waren's nicht die letzten.
Nun ging es munter überwiegend eben - meistens an, um oder durch die Reben.
Ein riesiger Golfplatz, die Autobahn - und schon zog uns die Erentrudiskapelle in ihren Bann.
Nun hatten wir uns ein Vesper verdient und jeder setzte sich irgendwohin.
Mit warmen Jacken gegen den Wind sogleich alle gut gewappnet sind.
Nur Ediths Beine wurden etwas nass, weil ihr Mann sich doch beim Ausgießen vergaß.
Nicht so der Jogger in weiter Ferne: Er stand tatsächlich Kopf und das sogar noch lang und gerne.
Nun wollten wir weiter die Gegend durchstreifen und stießen dabei auf Rebhänge, befestigt mit Autoreifen.
Als Nächstes sahen wir das Ilgenkreuz (69 errichtet), daneben einen Torso, der Grausames berichtet:
Ein Pfarrer wurde einst zu Tode geschleift an diesem Ort
von römischem Pferd; doch helfende Hände erhoben sich sofort.
Nicht weit davon ein weiteres Denkmal wird gesichtet. Es ist der Rebflurbereinigung gewidmet.
Nun wird die Richtung Merdingen eingeschlagen und jeder hat noch etwas zu sagen.
Sehr schöne Relieftafeln erleichtern die Orientierung, helfen aber leider nicht beim Absprung:
Wieder eine Treppe war hochzusteigen („Dillings Rache") - der Abstieg sollte sich noch zeigen.
Zuvor gab's den offiziellen Abgesang, dass den Wanderführern alles so gut gelang.
In 4 Tagen fast 70 km können sich sehen lassen, meint ein jeder.
Beim Kameramann kamen noch einige dazu, denn er filmte alle Tage ohne Rast und Ruh.
Allen war die Freude anzuseh'n. Für die vielen schönen Stunden, liebe Wanderführer, dankeschön!
Dies konnte auch der Regen nicht vermiesen, denn kurz vorm Gasthof begann's noch mal zu gießen.
Nach einem Abschluss-Imbiss im vertrauten Kreise hieß es Abschied nehmen, manchmal laut, mal leise...
Wie im Fluge vergingen die Tage. Gibt's noch mal ´ne Neuauflage?
Rückblick 2005