Gruppe Junge Erwachsene:
Bergtour zum Hochgrat
24./25. Juni 2006
Führung: Dirk Jocher
Mit frühmorgendlichen Abfahrten in Weil der Stadt, Mühlacker und Ludwigsburg begann unsere Tour an 3 Orten. Am Rasthof Illertal an der A7 trafen wir zum gemeinsamen Frühstück zusammen, weiter ging's dann gemeinsam zum Ausgangspunkt unserer Tour an der Talstation der Hochgrat-Bahn in Steibis (856 m).

Unser Weg führte auf einer Teerstraße zur Hinteren Simatsgundalpe. Dort zweigten wir ab auf einen Pfad, der uns steil aufwärts durch Wiesen und Wald zur Gratvorsäß-Alpe leitete. Die dort weidenden Pferde ließen sich leider nicht zum Transport unserer Rucksäcke überreden, und so ging es in der ziemlich heißen Luft anstrengend weiter bergauf. Kurz hinter der ehemaligen Brunnenau-Alpe (1.366 m), von der nur noch ein paar Mauerreste zeugten, setzten und legten wir uns zur Rast nieder. Die Sonne brannte, keine Wolke war zu sehen, schnell Sonnenschutz nachgeschmiert und die Füße im vorbeiplätschernden Bach gekühlt.
Nach ausgiebiger Rast ging es dann weiter, auf uns wartete die „Schlüsselstelle" des Tages, der Aufstieg in die Brunnenau-Scharte (1.624 m). Der Schlußaufstieg war recht steil, die zeitweise anzutreffenden Treppenstufen waren nichts für kleine Leute (und auch für Große recht anstrengend). An steilen Felspassagen erleichterten Drahtseile die Kraxelei, und so standen wir bald in der Brunnenau-Scharte, wo sich die Ausicht nach Süden und Osten öffnete und den Blick auf die nahen Allgäuer Alpen und andere Bergregionen freigab. Auf einen Abstecher zum Rindalphorn verzichteten wir und machten uns an den Schlußanstieg zum Hochgrat (1.834 m), wo wir nochmals eine längere Rast am Gipfel einlegten und die herrliche Aussicht genossen. Trotz blauem Himmel war die Fernsicht leider nicht optimal, doch der Blick über das nahe Allgäu und die umliegende Bergwelt war allemal beeindruckend. Der Abstieg wurde am Kinderspielplatz (eben nicht nur für Kinder) kurz unterbrochen, doch um 17 Uhr trafen wir alle am Staufner Haus (1.600 m) ein, unserem Übernachtungsquartier.

Der Hitze, die uns den ganzen Tag über quälte, machten wir kurzerhand mit großen Mengen kühlender Getränke den Garaus, und so ließ es sich auf der aussichtsreichen Hüttenterasse gut sitzen. In der Hütte drin konnte man das WM-Viertelfinalspiel Deutschland - Schweden verfolgen, und als auch das gut ausging, war Abendessen angesagt. Die Auswahl war nicht einfach bei dem vielfältigen Angebot, und spätestens mit einem Nachtisch war jeder ziemlich satt. Wir verbrachten noch ein paar Stunden auf der Terasse und erlebten einen herrlichen Sonnenuntergang, bevor wir uns in unsere Nachtlager begaben. Leider hatten wir nicht, wie gebucht, alle ein Zimmerlager, so daß sich ein Teil der Gruppe das Matratzenlager mit einigen anderen Gästen teilen mußte.
Am nächsten Morgen ließen wir die leider ziemlich rücksichtslos lärmenden anderen Gäste packen und frühstücken und erschienen erst zum Frühstück, als die meisten schon aufgebrochen waren. Das verschaffte uns dann wieder etwas Ruhe. Schließlich machten auch wir uns an die zweite Etappe unserer Tour. Die Fernsicht war deutlich besser als am Vortag, und so konnten wir bei unserer Gratwanderung immer wieder die herrliche Aussicht auf Allgäuer Alpen, Bregenzer Wald, Lechquellengebirge, Silvretta und Rätikon, zum Bodensee bis zum Säntis und überhaupt über das vor uns liegene Allgäu genießen. Der Weg war sehr abwechslungsreich, mal im Fels, mal durch Wald, immer auf und ab auf der Kammhöhe der Nagelfluhkette. Mit Seelekopf, Hohenfluhalpkopf und Eineguntkopf wurden drei Gipfel überschritten, bis wir den Grat verließen und zur Falkenhütte abstiegen, wo der Durst abermals ausgiebig gelöscht wurde. Der weitere Abstieg über die Oberstiegalpe auf Wiesen- und Fahrwegen ging zügig, und so fanden wir uns bald wieder am Parkplatz ein. Von dort ließ sich die die Gipfelkette, über die unsere Tour führte, nochmals ausgiebig von unten bestaunen, viel wichtiger war aber das Kühlen der Füße in der vorbeifließenden Weißach.

Zum Tanken fuhren wir kurz über die Grenze nach Österreich, dann ging es zurück nach Bühl am Alpsee zur abschließenden Einkehr. Zum Glück entschlossen wir uns für den Innenraum des Lokals, den alsbald zog ein heftiges Unwetter mit Sturm und Regen über uns hinweg, von dem nachher zahlreiche umherliegende Äste zeugten. So machten wir uns nach dem Essen wieder auf die Heimfahrt und trafen alle gesund wieder zu Hause ein.

So liegt nun eine tolle Tour hinter uns: Bestes Wetter, abwechslungsreiche Wege, eine Gratwanderung mit herrlicher Aussicht, und vor allem eine Gruppe, mit der es Spaß machte, durch die Berge zu wandern. Besonders unsere beiden Berg-Greenhorns können stolz auf die vollbrachte Leistung sein, denn die bewältigten Höhenmeter wie auch die Schwierigkeitsanforderungen waren für eine Einsteigertour beachtlich. Bei der nächsten Tour sind hoffentlich alle wieder dabei.
Die starke Truppe
vom Hochgrat:
Oli, Meike, Arno, Dirk,
Annette, Alex, Eve,
Stepfi, Sandra, Steffi
Rückblick 2006