Alpine Steige
im Berchtesgadener Land
05.-07. August 2005
Führung: Rudi Bartsch
Einmal im Jahr gibt's ein langes Wander-Wochenende,
da suchen wir nicht nur Berge, sondern Wände.
Rudi hatte diesmal das Berchtesgadener Land auserkoren
und es fanden sich 12 Leute ganz unverfroren.
Halb sechs in der Früh drei Autos fuhren los,
die Stimmung war wie immer ganz famos.
Zweimal Rast unterwegs bis zur Schwarzbachwacht,
dort hat uns schon voll motiviert Joachim entgegengelacht.
Nach der Vesperpause am Hintersee
begann der Aufstieg in luftige Höh'.
Doch zuvor der Ewald in die Büsche verschwand,
denn das kurze Hösli musste noch `ran!
Das Wetter meinte es wirklich gut:
Mal Sonne, mal Wolken; mal mit - mal ohne Hut.
Das erste Stück war ein guter Weg,
schon waren die „Rennpferde" davongefegt.
Auf schmalem Pfad so manches Blümlein stand,
stets war da Albert mit Fachwissen zur Hand.
Doch dann begann die Kraxelei,
einige schwätzten noch dabei.
Aber der Böselsteig wurde immer steiniger
und nach jeder Wand ging's stets noch weiter.
Inzwischen zog sich die Gruppe doch recht in die Länge,
nach jeder Pause kam man schwerer in die Gänge.
Einmal fand Gudrun partout keinen Tritt,
da nahm sie der Thomas einfach mit.
Die Rucksäcke drückten, die Stöcke waren im Weg,
doch jeder kämpfte sich über die Klippen hinweg.
Von fern sah uns ein Gamsbock zu,
den ließen unsere Kletterkünste völlig in Ruh'.
Nur dem Uli ging's noch nicht schnell genug,
er spurtete voran und hat dann gemütlich geruht:
Windgeschützt in ´ne Kuhle eingerollt
hat er vom nächsten Berg geträumt.
Doch schließlich waren wir alle oben
und man muss die Gruppe im Nachhinein loben:
Den "Reiter Steinberg" haben alle erklommen
dank einiger Hilfe, die gern angenommen.
Die fantastischen Ausblicke ließen alle Mühen vergessen,
keiner kann's nachfühlen, der nicht hier gewesen!
Natürlich gab's auch `nen Gipfelschnaps,
Rudi und Helmut hatten d'ran gedacht.
Am liebsten wären wir noch länger droben geblieben,
jedoch die "Traunsteiner Hütte"sah'n wir noch weit unten liegen.
Also ging es holterdipolter wieder bergab,
drei Schneefelder mussten wir queren - tipp-tapp.
Da plötzlich war's unserm Frank gar nicht mehr gut,
er wurde ganz blass und ihn verließ aller Mut.
Behutsam von Birgit und Walter „abgeführt",
er nach scheußlich schmeckenden Tropfen wieder Leben in sich spürt.
Uli hat ihm ganz hilfreich den Rucksack abgenommen
und so sind alle noch heil in der Hütte angekommen.
Nur Ewalds Beine hatten ein paar Schrammen,
er ist wohl etwas zu forsch ´rangegangen!
Wunderschön warm schien noch die Abendsonne
und jeder genoss den Rückblick voller Wonne.
Erst trinken, dann essen, alle waren froh -
und die Wanderführer erst recht ebenso.

Am nächsten Tag regnete es leider sehr,
bis 10 Uhr wurde gewartet, dann starteten wir.
Schöne Aussichten sollten uns eigentlich belohnen,
doch die Blicke hingen nur am Boden.
Da waren zwar seltene Bergmolche zu sehen,
aber der Aufstieg blieb ungeschehen.
Traurig, aber vernünftig kehrten wir zurück
und warteten auf ein Nachmittags-Glück.
Es wurde ein Hüttentag eingelegt
und jeder hat sich selber gepflegt.
5 Unentwegte liefen später mit Schirmen eine Strecke
und ließen sich danach Kaffe und Kuchen schmecke.
Die Jugend hatte sich noch einen Hügel vorgenommen
und ist auch fast oben angekommen.
Etwas erschrocken waren wohl beide,
als ein Auerhuhn plötzlich suchte das Weite.
In der warmen Hütte saßen dann alle wieder beisammen,
so war der Tag doch recht schnell vergangen.
Ewald verkündete uns mit überzeugenden Worten,
dass die heute fehlenden Höhenmeter ja schon gestern „vorgeschafft" wurden.
Dies war dann doch für alle ein Trost
und darauf folgte ein kräftiges „Prost!".

Am nächsten Morgen, welch ein Graus,
immer noch kam die Sonne nicht raus.
Es regnete unaufhörlich weiter,
doch wir mussten wieder ins Tal hinab - leider.
Also hieß es, alles wasserdicht verstauen
und bei jedem Schritt nach unten schauen.
Denn der Abstieg war wirklich kein Zuckerschlecken,
es tropfte nur so aus allen Ecken.
Mit Stock und Schirm und Regenplane
waren wir schon eine merkwürdige Karawane.
Nach einstündigem bergauf und -ab verschnaufte ein jeder.
Da verkündete Joachim: „Das waren grad mal 60 Höhenmeter".
Es half alles nichts, wir mussten weiter
über Steine und Morast oder Treppenleiter.
Einige Tannenhäher hat das wohl gestört,
weshalb sie lauthals sich empört.
Hilde und Gudrun sind mal zu Boden gegangen,
Birgit war fest in ´nem Schlammloch gefangen.
Albert und Rudi rutschten um die Wette,
Uli warf entnervt sein Regencape in die Ecke.
Nach 3 Stunden waren „Saugasse" und „Wachterlsteig" bezwungen,
nur noch 30 Min. Normalweg - wir hätten fast gesungen.
Die Stock-Schirm-Trage-Technik wurde fast zum Patent,
vor der Einkehr haben wir uns noch von den nassen Sachen getrennt.
Und die Sonne schien jetzt natürlich wie zum Hohn,
doch wen störte das im gemütlichen Gasthof schon?
In froher Runde schmeckte das Essen,
dabei wurde auch der Dank an die Wanderführer nicht vergessen.
Das Gruppenbild vor der Abfahrt war ein Muss,
man verabschiedete sich mit Gruß und Kuss.
Auf der Heimfahrt gab´s noch den Watzmann mit frischem Schnee zu sehen
und auch die Aufstiegsroute in entfernten Höhen.
Alle finden: Schön waren die Tage trotz alledem,
wir waren ´ne tolle Truppe und freuen uns auf's Wiedersehn.
Rückblick 2005