Junge Baumpaten für die Roßkastanie

Schwarzwaldverein startet mit Martin Luther in das zweite Jahrhundert

Text: Heiner Weidner
Fotos: Dirk Jocher

Vor hundert Jahren gab es noch kein „Baumsterben"; im April 1906 bei der Gründung des Schwarzwaldvereins Weil der Stadt waren die Bäume im Schwarzwald noch gesund. Zum Auftakt in das zweite Jahrhundert seines Bürger-Dienstes sorgt sich der große Wanderverein um die Gefahren, die unsere Kulturlandschaft aus dem Gleichgewicht bringen. Eine Roßkastanie am Wanderweg im Sportgelände von Merklingen soll diese Sorge symbolisieren. Die Mädchen Damaris Bossert und Larissa Johanson, die Buben Fabian und Sebastian Baiter aus der „Jungen Familie" des Weiler Schwarzwaldvereins sind die Paten des jungen Baums und brachten dazu gute Gedanken. Sebastian schenkte dem konzentrierten Wurzelwerk die Erde, Fabian die Sonne, Damaris den Regen und als Gärtnerin nahm Larissa die Pflanze in ihre Obhut; Schaufel, Gießkanne und Sonnenhut symbolisierten zur rechten Zeit die Wachstumshilfen.
Aktive große und kleine Wanderer hatten zuvor kräftig angepackt, um dem vom Schwarzwaldverein gestifteten Baum den richtigen Halt, Kraft und Saft zu verleihen. Hacken, Spaten und Schaufeln werkelten fleißig um die Wette. Verdiente Stärkung spendierte der PLENUM-Informationsstand Helfern und Gästen mit schmackhaftem Apfel-Saft und -Cidre, der Verein das Schleckerle dazu.

SWV-Vorsitzender Rudolf Fuchs hatte alles gut vorbereitet; selbst der Gedenkstein lag parat. In seiner Würdigung erinnerte er an die von Martin Luther begründete Verpflichtung des Menschen, in die Zukunft zu denken und Bäume zu pflanzen: „Damit möge der Schwarzwaldverein auch weiterhin blühen und gedeihen". Der Standort des Jubiläumsbaums am südlichen Ortsrand könne auch als historischer Hinweis gelten, daß der Gründung der Weiler Ortsgruppe schon 1901 ein erster Start in Merklingen voraus gegangen war.
Larissa - die Gärtnerin - und ihre Mit-Paten werden sich vielleicht in dreißig oder vierzig Jahren unter dem ausladenden Blätterdach dieser Kastanie am Wanderweg wieder treffen; dann können sie ihren Kindern beim Kastaniensammeln berichten, daß dieser Baum einst mit ihrer Hilfe gepflanzt worden sei. Die Metall-Tafel auf dem Sandstein ist stabil genug, um dieses Vermächntnis so lange zu überliefern.
Rückblick 2006