Mit der Bahn ins Ahrtal:
Ostern auf dem Rotweinwanderweg
6.-9. April 2007
Führung: B. u. G. Dilling
Interessante Links zum Thema im Internet:
http://www.ahrtal.de/rotweinwanderweg.php
http://www.ahr-rotweinwanderweg.de/


Unsere Wanderfreundin Gudrun Krehl hat ihre Eindrücke von der Wanderung in das folgende Gedicht gefasst:



Freitagmorgen früh um fünfe
machten wir uns auf die Strümpfe.
Von Weil der Stadt nach Altenahr
ging's nicht nur mit einer Bahn.
Erst noch Mondschein, dann 3x Sonnenaufgang,
Osterhasen und Rehe an steilem Hang.
Die Loreley grüßte uns von fern,
an die Tour vor 5 Jahren erinnern wir uns gern.
Übers Umsteigen in Stuttgart, Mainz, Koblenz und Remagen
wollen wir uns überhaupt nicht beklagen.
Keiner ging verloren in den Stunden,
auch die Gruppenfahrkarte hat sich wieder angefunden.

Am Zielbahnhof winkten unsere „Nordlichter" schon von weitem,
sie wollten uns auch diesmal wieder begleiten.
Im „Schwarzen Kreuz" wurden die Zimmer bezogen
und schon kriegten wir zur 1. Tour den Bogen.
25 flotte Wanderer sah man laufen,
zur Burgruine Are den Berg hochschnaufen.
Die Mühe wurde prompt belohnt,
denn die Aussicht hat sich wirklich gelohnt.
Die Weinberge mit dazwischen blühenden Bäumen
Weckten bei manchen ein Frühlingsträumen.
Viele Menschen überall genossen die warme Sonne,
Auch Eidechsen aalten sich voller Wonne.
In Rech gab's ein Gasthaus am Wegesrand,
da zog's uns zum Kaffe rein fast allesamt.
Die Ahrtalbahn brachte uns wieder zurück,
für den 1. Tag war's für manche ein Glück.
Das Fisch-Abendessen hat wohl allen gemundet,
morgen wird die Gegend weitererkundet.

Nach Bad Bodendorf brachte uns am Samstag die Bahn.
Frühstücksgestärkt und gut ausgeschlafen kamen alle dort an.
Nur Emmi ergriff zwischendurch die Flucht,
sie hatte heute was andres gebucht.
Als erstes sollte ein Gruppenfoto sein,
ganz schön schwierig, bis alle waren dabei.
Hurtig ging es sodann bergauf,
zu sehen gab's Landschaft und Wald zuhauf.
Orchideen waren leider noch nicht am Blühen,
dafür wollten sich Ziegen um uns bemühen.
Orientierungstafeln wollten uns die Gegend zeigen,
doch man sollte sie wohl etwas anders gestalten.
Auch ist's beim Schwatzen mal geschehen,
dass man den Wegweiser hat übersehen
und flugs schoss geradeaus vorbei - eijeijeijeijei.....
Nach etlichen Ausblicken über Tal und Hügel
Brachte uns eine Viehherde arg ins Grübeln:
Welche Kreuzung sprang da im Grase?
Waren es Ponyhunde oder Ziegenschafe?
Diese Frage konnten wir leider nicht klären,
wir mussten uns um ganz andere Dinge scheren:
Welcher Weg führt wohl zur Landskrone rauf?
Doch - geschafft, auf 270m wärmte ein Gipfelschnaps uns auf.
Denn mit der Sonne war's heute einfach schlecht,
so kam uns die Schutzhütte gerade recht.
Die „Maria-hilf"-Kapelle, beim Vorwandern verschwunden,
wurde von unsrer Hermine wiedergefunden.
Mit leichterem Rucksack ging's wieder abwärts ein Stück,
137 Stufen hinunter - und keine zurück!
Bei der Unterquerung vom Autobahnviadukt -
54 m hoch - hat sich keiner geduckt.
Dann endlich, nach 4 Stunden, sah man doch wieder Reben,
die unserer Wanderung ja den Namen gegeben.
Nach einer Rodung wurden 1Mio Reben neu gepflanzt,
die Flurbereinigung dauerte noch bis in die 80er Jahre an.
Nun kam endlich der ersehnte Kirchturm in Sicht,
doch angekommen sind wir noch lange nicht.
Walter stieg erstmal nach Ahrweiler ab,
wir anderen verfielen langsam in Trab.
Einen Trost spendete die St.-Urban-Kapelle,
errichtet 1995 an dieser Stelle.
„Dank dem Schöpfer dieser Welt jeden Tag in Treue,
dass er uns den Wein erhält jeden Tag aufs Neue."
Doch die Schikanen hörten nicht auf,
leere Brückenpfeiler hemmten unseren Lauf.
Also noch eine Kehre gelaufen,
erst der Klettergarten ließ uns etwas verschnaufen.
Noch ein Stück im Wald, ja, es ist kaum zu fassen,
jetzt durfte wir endlich den Weinpfad verlassen.

Emmi und Walter warteten schon,
ein Kaffee wär' jetzt der schönste Lohn.
Mit diesen Gelüsten sah man uns am Stadttor, dem alten,
und schon hatte sich die Gruppe aufgespalten.
In Ahrweiler Markt hat alles gepasst
Und jeder fand für sich irgendwas.
Die Mauern sind wirklich sehenswert,
bestimmt so manch einer wiederkehrt.
Im Städtchen war quirliges Leben unentwegt,
es gab uns folgenden Spruch mit auf den Weg:
„Ein guter Trunk ist jedem recht, dem Fürsten, Bauern und dem Knecht."
Das Bähnle brachte uns wieder heim,
vorbei am gemeißelten Spruch in Stein:
Fest steh' immer, still steh' nimmer, Stein, nicht Schein!
So sollte wohl unser Leben sein.
Am Abend wurde herausgefunden,
dass Imelda mit Dillings zog die meisten Runden.
Dicht gefolgt von Adolf, das war fast vorauszusehn,
nun konnten alle ruhig schlafen gehen.

Am Sonntag gab's für Dillings ein Extra-Osternest,
mit allem, was so im Frühlingswalde wächst.
Susanne hat gesammelt und gebastelt im Stillen,
alle Zutaten folgten irgendwann ihrem Willen.
Heute ging die Wanderung los von Ahrweiler Markt,
als erste Station wurde am Silberstollen geparkt.
Was sich dort einst zugetragen, wie wurde was verwaltet,
war sehr anschaulich als Museum gestaltet.
Nun ging es bei strahlendem Sonnenschein
immer mehr in die Weinberge rein.
Stetes Auf und Ab nahm keinem die Ruh',
Mittagsrast war bei der „bunten Kuh".
Die Landskrone grüßte aus weiter Ferne,
doch wir mussten weiter und wollten auch gerne.
Viele Leute waren heute unterwegs,
oft gab's ein „Hallo, wie geht's, wie steht's?"
Vorbei ging's an alten Klostermauern
und überall auf den Bänken schon Wanderer lauern.
Marienthal mussten wir fast vollständig umgehen
Der Friedhof in der Ortsmitte war nicht zu übersehn.
Hoch über Dernau gab's `nen Abstieg ins Tal,
das nutzte Walter und nahm die Bahn.
Doch für uns andere unverzagt
war noch klettern angesagt.
Gleich fiel uns wieder das Ziegenböcklein ein,
das wir kurz zuvor gesehen, geführt an `ner Lein'.
Die „Eremitage" war unser nächstes Ziel,
wir haben sie gefunden, doch wir waren zu viel.
Nach abwechslungsreicher Strecke mit Blick ins Tal
kamen wir nach 35 km am Ausgangspunkt an.
Leider war inzwischen nur noch die halbe Gruppe dabei,
die anderen schossen wieder mal am Ziel vorbei.
Nun wollten wir aber den Erfolg noch begießen,
direkt an der Ahr konnten wir das genießen.
Nach der Weinlandschaft war der Blick nun gerichtet
auf chromblitzende Motorräder im Sonnenlichte.
Auch Oldtimer und Cabrios gab's en masse zu sehn,
ach, ging's uns gut - es war einfach schön!
Wohlbehalten brachte uns das Bähnle nach Altenahr zurück,
Ein Gruppenfoto vorm Hotel vergaßen wir auch nicht zum Glück.
Zum festlichen 4-Gang-Menü-Abendessen
sind dann natürlich alle wieder dagewesen.
Es hat uns ganz vorzüglich gemundet,
der Küche sei unser Dank bekundet.

Am Ostermontag - allerletzter Tag -
war das Naturschutzgebiet „Ahrschleife" angesagt.
Seltene Pflanzen, verwittertes Gemäuer,
extra für uns auch ganz nah ein Reiher -
um die Natur hier zu erkunden,


mussten wir den Flusslauf glatt umrunden.
Doch diese Morgentour reichte uns natürlich nicht,
der Felsen mit dem schwarzen Kreuz war schon lange in Sicht.
Also behände hinauf in lichte Höhen,
vorbei an urigen Weingeistern, lustig anzusehen.
Unterm Kreuz mit Blick nach unten
wurde der letzte Gipfelschnaps getrunken.
Ganz in der Nähe lockte noch das Teufelsloch,
man sah, dass jeder mal durchkroch.
Nun war das letzte Highlight genommen,
jetzt hieß es nur noch, den Berg runterkommen.
Fast im Laufschritt ging's bergab,
voran unser Mädele-Club im Trab.
Doch in Altenahr war unterdessen
noch genügend Zeit für Kirche und Essen.
Dann wurde das Gepäck zum Zug getragen
und wir starteten pünktlich nach Remagen.
Die berühmte Brücke mal zu sehen
ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Pünktlich bereit zur Weiterfahrt
mussten wir hören, dass der Zug Verspätung hat.
Zum Glück warteten wir nur `ne Viertelstund'
und bis Stuttgart lief alles wieder rund.
Ganz bequem ohne Umsteigen trafen wir dort ein,
unsern Wanderführern fiel vom Herzen nicht nur ein Stein.
Georg und Barbara wollen wir danke sagen,
sie begleiteten uns umsichtig an all den Tagen.
Den Rotwein-Wanderweg werden wir so schnell nicht vergessen,
denn wir haben ihn ja mit eigenen Schritten gemessen!